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Die bipolare affektive Störung ist durch einen episodischen Verlauf mit depressiven, manischen, hypomanischen oder gemischten Episoden gekennzeichnet:

Die Gegenpole von Manie und Depression

Die Gegenpole von Manie und Depression im Rahmen einer bipolaren affektiven Störung

Zwischen den Krankheitsepisoden tritt in der Regel eine Rückkehr zum unauffälligen Normalzustand ein. Antrieb und Gemüt befinden sich dann wieder innerhalb der Normalschwankungen zwischen beiden Extrempolen.

Meist beginnt eine bipolare Störung in der Adoleszenz oder dem frühen Erwachsenenalter. Es handelt sich um eine ernste Erkrankung des Gehirns, die u. a. wegen des erhöhten Suizidrisikos und den sozialen Folgen gefährlich sein kann. Bei Betroffenen gibt es ein großes Spektrum von Schweregraden und der Übergang zur „charismatischen“ oder überschwänglichen Persönlichkeit ist fließend. Die Symptome korrespondieren mit einer Störung des Hirnstoffwechsels, die sich psychisch manifestiert. Oftmals wird die Krankheit sowohl vom Betroffenen als auch von Medizinern erst viele Jahre nach Ausbruch erkannt, so dass Erkrankte unnötig leiden, bevor sie Behandlung erhalten. Da die Symptome starke Auswirkungen auf Entscheidungen und Beziehungen haben, werden die Lebenswege der Betroffenen dramatisch beeinflusst, zumal die Symptome meist in jungen Jahren beginnen, in denen die Persönlichkeit noch nicht gefestigt ist. Häufig kommt es zu Problemen in der Ausbildung, im Arbeits- und Familienleben, oder zu jähen Wechseln im Lebenslauf. Ist die Krankheit erkannt, kann man oftmals mit der richtigen Behandlung und einer ausgeglichenen, kontrollierten Lebensweise die Symptome reduzieren und ein erfülltes Leben herbeiführen.

Bei der bipolaren Störung handelt es sich um eine recht häufige Erkrankung – werden auch leichtere Fälle berücksichtigt, so sind in den Industrieländern bis zu 3–4 % der Bevölkerung zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens von ihr betroffen. Sie wird oft mit Kreativität in Verbindung gebracht, zu den Betroffenen zählen viele erfolgreiche Menschen. Der gesteigerte Antrieb in hypomanen Phasen kann für ungewöhnliche und gewagte Projekte begeistern, und Ziele werden mit großem Engagement verfolgt. Eine „Romantisierung“ der Krankheit ist aber unangebracht, ihre Folgen sind oft katastrophal, und unbehandelt kann sie Leben ruinieren.