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Vincent van Gogh

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Betroffene und Fachleute, die sich mit bipolarer Störung auskennen wie Kay Redfield Jamison, sehen in seinen Phasen des Schaffensrausches und dann wieder der Depression, in von ihm berichteten Halluzinationen und Depressionen und seinen Suizidversuchen mit giftigen Farben und seinem Suizid Hinweise, die eine manisch-depressive Erkrankung wahrscheinlich machen.

In seinen Tagebüchern und Briefen berichtete beispielsweise Vincent van Gogh über seine zerrissene Persönlichkeit, seine Depressionen und sein „Irresein“ („d’exaltation ou de délire“, „tristesse“, „accès“, „crises“ und „maladie mentale“). Über seine Manien schreibt van Gogh unter anderem in seinem „Brief 607“ aus dem Jahr 1890: Ich bin selbst erstaunt,… dass mir derartig wirre und grässliche religiöse Vorstellungen kommen…. In den Monaten Mai bis Juni 1889 − kurz vor seinem Psychiatrie-Aufenthalt – hatte van Gogh eine erstaunlich große Zahl von Meisterwerken gemalt (Arnold), u. a. seine bekannte und intensiv farbige „Sternennacht“ mit Zypressen, die sich als bipolares Bild „mit entgegengesetzten Farben“ auszeichnet (Vincent van Gogh aus der psychiatrischen Anstalt von Saint-Rémy-de-Provence in einem Brief vom 21. Mai 1889 an seinen Bruder Theo).

Vincent van Goghs Bild „Sternennacht“ kann man, wie manch andere seiner Gemälde, in seinen Farben, Kontrasten und Symbolen auch als Chiffre für eine Bipolare Störung sehen. In einem handgeschriebenen Gedicht seines „Antwerpener Skizzenbuchs“ schreibt Vincent van Gogh: Mein Herz ist wie das Meer / Hat Sturm und Ebb und Fluth…. Auch damit drückt er starke Gegensätze und extreme innere Gefühlsschwankungen aus.

Solche Phasen, die als Manie mit überflutender Aktivität und nachfolgender Depression erklärbar sind und von vielen Fachleuten als solche angesehen werden, brachten ihn bis ins „Irrenhaus“, wohin ihn sein Vater schon früher bringen wollte. Auch seine Familie war belastet. Sein Bruder „Cor“ (Cornelius Vincent) beging Suizid, seine Schwester „Wil“ (Wilhelmina Jacoba) war nachweislich psychisch erkrankt, sein Bruder Theo erkrankte ebenfalls psychisch. Wichtigste Quellenbelege seiner Krankheit sind die zahlreichen Briefe zwischen seinem Bruder Theo, Vincent van Gogh selbst und Doktor Théophile Peyron, dem Psychiater der Anstalt in Saint-Rémy-de-Provence.

Der Künstlerkollege Paul Gauguin, mit dem van Gogh eine kurze Zeit zusammen lebte, war möglicherweise ebenfalls bipolar, was mutmaßlich in dem nie geklärten Streit zwischen van Gogh und Gauguin eskalierte, in dessen Verlauf sich van Gogh das Ohr einschnitt. Gauguin selbst unternahm in späteren Lebensjahren einen Selbstmordversuch und neigte zunehmend zu depressiven Schüben.